02/05/2026 –, (EG) Büren Idioma: Deutsch
Schiur
1926 erschien mit dem Buch „Im Anfang“ der erste Band der Bibelübersetzung von Martin Buber, Franz (und Edith) Rosenzweig. Ihr Ziel war die „Verdeutschung“ des hebräischen Originals, ein Hörbarmachen der Ursprungstexte. Sie wollten damit die „heutigen Menschen“ erreichen, denen die Glaubenssicherheit früherer Generationen – und auch die hebräische Sprache - nicht mehr zugänglich ist. Die neue Übersetzung sollte es ihnen ermöglichen, „als Ganze vor die Ganzheit des Buches zu treten“. Der vorgelegte Text unterschied sich sehr von bisherigen Übertragungsversuchen – im theologischen Ansatz und im Umgang mit der deutschen Sprache. Die Reaktionen der Leserschaft schwankten zwischen überschwänglichem Lob, Unverständnis und vernichtender Kritik. In unserem Schiur wollen wir uns mit den Prinzipien der Buber-Rosenzweigschen Übersetzung befassen und uns fragen, was sie für das Bibelverständnis im 21. Jahrhundert beizutragen hat.
Ich bin Historikerin und Rabbinerin, diene als Rabbinerin der Jüdischen Gemeinde Hameln und der Liberalen Gruppe Stuttgart und unterrichte am Regina-Jonas-Seminar für Liberale Rabbinatsausbildung. Meine Schwerpunkte sind Tanach, Liturgie und Gemeindeentwicklung.